19.05.2022
Aufstieg: 170m
Strecke: 24,1km
Gesamtstrecke: 307km
Wieder einmal wurde ich um ca. halb fünf wach vom Zwitschern der Vögel. Nach kurzer Absprache entschieden wir (mein Körper und ich), dass wir noch weiter schlafen wollten. Zwischen sechs und halb sieben bin ich dann wohl aufgestanden. Zeit ist im Moment so unwichtig.
Wenn ich bedenke, wie meine Arbeitstage sonst durchgetaktet sind…. Ein Wahnsinn. Da muss ich zukünftig was dran ändern.
Ich habe heute mal ein paar „behind the scenes“ über meine Morgenroutine (Frühstück zubereiten etc.) aufgenommen. Leider kann ich hier keine Videos einbinden (irgendein technisches Problem).
Weil wir gerade bei Zeit sind: Ich brauche morgens vom aufstehen bis alles eingepackt ist und ich Marschbereitschaft hergestellt habe ca. 3 Stunden. Das hatte ich vor meiner Abreise schneller (1-2 Stunden) eingeplant. Aber es braucht halt alles seine Zeit und ich nehme sie mir auch. Wenn nicht hier wo denn dann.
Gestern wie heute konnte ich mein Zelt trocken einpacken. (Auch solche positiven Dingen sollen Erwähnung finden 👍😃)
Wie Du weißt mache ich die Wanderung, um mehr Aufmerksamkeit für die Medienkompetenz von Kindern zu erreichen. Ich hatte mich schon vor meiner Wanderung entschieden eine Etappe dem „Marsch der Wertschätzung“ und somit den Kamerad:innen unserer Hilfs- und Einsatzkräfte zu widmen. Heute war es dann so weit. Als Zeichen meiner Wertschätzung befestigte ich die Fahne, die ich von Emilio erhalten hatte an meinem Rucksack.
Gestern hatte ich eine Schutzhütte gesucht, um dort zu nächtigen. Heute habe ich sie gefunden. Ich hätte jedoch noch 6km gehen müssen. Da ich gestern bereits 30km gewandert bin, wäre das vielleicht ein Tick zu viel gewesen. Bei der Schutzhütte traf ich Meta. Sie kommt von Bodensee und wandert den europäischen Fernwanderweg E1 von Flensburg bis ins Weserbergland. Sie genießt die Ruhe und die Entschleunigung. Zudem nutzt sie die Wanderung um ein tiefgreifendes Ereignis, dass sich kurz vor ihrer Wanderung ereignete zu verarbeiten. Wir Wanderer haben viel Zeit, um über Wichtiges und Unwichtiges nachzudenken. Die meisten Gedanken kommen von ganz alleine und urplötzlich. Eine tolle Erfahrung.
Die Strecke war herrlich. Viel Wald. Viel grün. Wenig Straßen.
Wie auf dem folgenden Bild ist hier in Region (etwa seit Schleswig) vieles zweisprachig. 👍
An einer sehr schönen Natur-Kita erhielt ich dringend benötigtes Wasser und ein tolles Gespräch.
Um 14:04 Uhr war es so weit. Ich überschritt die Stadtgrenze von Flensburg. Jetzt kamen noch etliche Kilometer entlang der Hauptstraße 🙄
Ich hatte nicht so genau darauf geachtet. Aber kurz vorher hatte ich die 300km ebenfalls überschritten. 300km zu Fuß. Das war für mich vor gar nicht so langer Zeit noch unvorstellbar. Ich habe das geschafft. Und darauf bin ich richtig stolz. Und vielleicht nennt man mich zukünftig Raketenvogel. Ich bin einen Tag früher hier angekommen, als es geplant war – ohne mich speziell anzutreiben.
Eine Dreiviertelstunde später war ich bei meinem Hostel angekommen. Nico, der Herbergsvater, gab mir das beste Zimmer. Ich habe richtig viel Platz und kann so meine gesamte Ausrüstung pflegen und neu sortieren.
Und weißt du, was ich als erstes gemacht habe? Richtig, ich habe mir was zu essen geholt. Und dann Sachen ausgepackt, sortiert und dann Material- und Körperpflege (Dr. Bronner kann man für alles nutzen). ENDLICH EINE DUSCHE.
Und danach bin ich jetzt essen gegangen.
Ich bin gerade fertig und könnte schon wieder etwas bestellen (zur sicherheit hatte ich mir eben noch eine Tüte Chips besorgt 😁). Morgen ist Pausentag. Da werde ich sicherlich auch viel essen. Kann mir jemand was vorbeibringen?